Deutsche Bank in der Krise: Zurück zur Deutschland AG?

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Eines der ehemals renommiertesten Unternehmen Deutschlands, die Deutsche Bank AG, erlebt im Jahr 2016 die dunkelsten Seiten ihrer Geschichte.

Der Aktienkurs sackte auf ein Allzeittief, Schadensersatzforderungen in nicht bekannter Höhe stehen aus zahlreichen Gerichtsverfahren ins Haus.

Aktionäre, sowohl private Anleger als auch institutionelle Investoren, sehen mit Sorgenfalten in die Zukunft der Nummer eins unter den deutschen Geldhäusern. John Cryans Brandbrief an die Mitarbeiter Anfang Oktober 2016 mit dem Inhalt „alles ist gut“ rief auch bei Analysten mehr Zweifel als Beruhigung hervor.

Auch wenn die Bank von sich sagt, dass die Eigenmittel ausreichend seien, um eventuelle Strafzahlungen, aber auch den notwendigen Konzernumbau zu finanzieren, kursiert das Wort von einer Kapitalerhöhung. Die Frage, welche sich allerdings stellt, lautet, wer die neuen Aktien kaufen solle. Das Vertrauen in das Unternehmen ist aktuell nicht gegeben.

Selbst der Hauptaktionär, das Scheichtum Katar, scheint derzeit kein großes Interesse an einer Erhöhung seines Engagements zu zeigen.

Dies ist um so kritischer, als die Bank vom Main, oder besser von der Themse und vom Hudson River, zu den weltweit systemrelevanten Banken zählt, andererseits aber auch als die Bank mit dem höchsten Risiko weltweit eingestuft wird. Ihr Derivatebuch hat einen Bestand von 50 Billionen Euro.

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DIe Deutsche Bank AG in der Krise

Das Interesse an der Deutsche Bank AG und an einer Erhöhung der Aktienanzahl in den eigenen Beständen ist weltweit eher übersichtlich.

Der eine oder andere Spekulant könnte an den aktuellen Stammaktien Interesse haben.

Was hat die Deutschland AG damit zu tun?

Tatsache ist, die Deutsche Bank AG darf nicht noch weiter „verkommen“.

Aus dem EuroStoxx 50 wurde sie aufgrund „Bedeutungslosigkeit“ bereits gestrichen.

Wenn das vorhandene Eigenkapital nicht ausreicht, um den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, muss frisches Geld her. Die aktuellen Anteilseigner zeigen wenig Interesse an weiteren Beteiligungen. Vor diesem Hintergrund kam der Gedanke auf, die Deutschland AG wieder aufleben zu lassen. Was hat es mit diesem Phänomen auf sich?

Der Begriff „Deutschland AG“ bezeichnete ein Netzwerk der deutschen Wirtschaft, welches bis in die 90er Jahre hervorragend funktionierte.

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Deutschland AG: Kapitalverflechtungen deutscher Unternehmen

Angeführt von der Allianz und der Deutsche Bank AG hielten die großen deutschen Unternehmen gegenseitig nennenswerte Positionen an Beteiligungen. „sitzt du in meinem Aufsichtsrat, sitz‘ ich in deinem“. Das Ziel war, die deutsche Wirtschaft nach innen abzuschotten und nach außen als geballte Macht aufzutreten. Kritiker sprachen auch schon einmal von mafiosen Strukturen im DAX.

Mit zunehmender Internationalisierung begann die Deutschland AG jedoch zu zerbröckeln. Die Deutsche Bank AG war ironischerweise eines der ersten Unternehmen, welches durch seine internationale Ausrichtung ab Ende der 90er Jahre dazu beitrug. Und heute sollen die alten Weggefährten wieder zu Hilfe eilen.

Es kam die Idee auf, dass eine notwendige Kapitalerhöhung der Bank von den aktuell im Dax 30 notierten Unternehmen getragen werden solle. Wenn die Kleinaktionäre nicht wollen, die Scheichs sich verweigern, dann könnten die alten Strukturen, welche in der Vergangenheit schon Erfolg hatten, ja wieder aufgegriffen werden. Es bleibt allerdings zu erwarten, dass die übrigen Konzernlenker in Deutschland ein Engagement unter Auflagen sehen.

Die Postbank, aufgehübscht für den Verkauf, wird wohl mangels Nachfrage direkt an die Börse gehen. Vom lukrativen Investmentgeschäft der DWS will sich John Cryan nicht trennen, auch wenn dies mögliche Geldnöte abstellen könnte. Inwieweit die internationale Ausrichtung, das Investmentbanking, im aktuellen Umfang erhalten bleibt, ist ebenfalls fraglich. Die massive Schließung von Filialen in der nahen Zukunft zeigt sich ob der anstehenden Kosten schon heute als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Deutschland AG könnte zu dem Schluss kommen, dass eine Deutsche Bank wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren müsse – als Bank für die deutsche Industrie und den deutschen Mittelstand. Wie weit sie davon zur Zeit jedoch entfernt ist, zeigt die Übernahme von Monsanto durch die Bayer AG.

Die Banker vom Main wurden noch nicht einmal gefragt, ob Interesse bestünde, den Merge zu begleiten.

Wie können private Anleger mit der Aktie umgehen?

Die einen sagen „so“, die anderen sagen „so“.

Es gibt durchaus Analysten, welche für die Aktie der Deutsche Bank AG einen guten Einstiegszeitpunkt sehen. Noch tiefer, so die Vermutung, wird der Titel nicht fallen.

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Aktienkurs der Deutschen Bank Ag (Stand: Oktober 2016)

Andere Experten sehen das Papier allerdings mangels anfallender Dividendenzahlung als eher unattraktiv. Wie an der Börse üblich, gibt es keine definitive Aussage zu einem möglichen Investment.

Dass es allerdings Jahre dauern wird, bis die Aktie wieder alte Höchststände, die Rede ist von 100 Euro, erreicht, ist zweifelsfrei. Wenn es denn überhaupt jemals dazu kommen wird.

Voraussetzung für den Kauf, der aktuell eher spekulativen Charakter hat, ist natürlich ein Wertpapierdepot. Zumindest hier fällt die Auswahl leicht, Hilfestellung bieten Vergleichsportale wie aktienkaufen.com.

Vergleicht man die Situation der Deutsche Bank AG mit der Nummer zwei in diesem Land, der Commerzbank, war das gelbe Kreditinstitut leicht im Vorteil.

Mit Blick auf kriselnde Bank Monte dei Paschi di Siena hatte die Kanzlerin von Italien gefordert, dass staatliche Hilfen gemäß der EU-Vereinbarung unterbleiben sollten. Das gleiche muss dann natürlich auch für die Deutsche Bank AG gelten. Eine Teilverstaatlichung wie bei der Commerzbank ist damit zunächst außen vor.

Die Commerzbank galt bis zur Finanzkrise als solider Dividendentitel. Die Rosskur der letzten Jahre führte dazu, dass es erstmalig wieder zu einer Ausschüttung für die Anteilseigner kam. Ob die Deutsche Bank mit den geplanten Einsparungen ebenfalls Erfolg haben wird, muss die Zukunft zeigen.

John Cryan beklagte, dass das Unternehmen aktuell zum Spielball von Spekulanten würde. Dies klingt schon ein wenig makaber, hat doch Deutschlands Nummer eins selbst das Spekulantentum kultiviert. Andererseits darf man dem Engländer nicht die Fehler seiner Vorgänger anlasten. Für ihn geht es darum, die Glaubwürdigkeit der Bank wieder herzustellen und sie eventuell aus der Sackgasse „großes internationales Geschäft“ in die eher mittelständisch anmutende Deutschland AG zurückzuführen.

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